Freunde fürs Leben… eben nicht!

„Freunde sind die Familie, die man sich aussucht.“ – So oder so ähnlich geht ein – eigentlich ganz netter – Spruch. Ich dachte immer, dass ich eigentlich eine ganz gute Menschenkenntnis hätte und mir meine Freunde so aussuche, dass es auch tatsächlich passt. Und es passte. Zumindest so lange auch meine Beziehung passte. Alles war gut: Die Mächen haben sich verstanden, die Jungs haben sich verstanden und auch die Kinder haben sich gut verstanden. Dann kann die Trennung. Die Trennung von Mädchen und Junge wohlgemerkt. Doch die änderte alles.

Während ich davon ausging, dass mir meine Freunde in dieser Zeit beistehen würden, dass sie mir zuhören würden und mich auch gerne mal ablenken, musste ich nach und nach merken, dass ich mich geirrt hatte. Sehr geiirt.

Statt Freunde nur noch Bekannte

Statt intensiver Gespräche über Gott und die Welt, statt einem intensiven Austausch über unsere Gefühle und Gedanken, statt einer richtigen Freundschaft war da plötzlich nur noch Oberflächlichkeit. Anfangs merkte ich es nur hin und wieder. Es war ein Gefühl der Beklemmung. Ich mochte meine Freundin immer noch genauso, doch irgendwie war es komisch. Ich konnte es weder greifen noch richtig benennen. Es war eben ein Gefühl.

Doch das Gefühl wurde stärker. Und die Nachfragen, ob wir gemeinsam etwas unternehmen wollten, wurden weniger. Sehr viel weniger. Nicht nur von ihrer Seite, auch von meiner. Denn ich merkte inzwischen immer deutlicher, dass wir nicht mehr das sind, was wir einmal waren. Es ist oberflächlich geworden. Es ist berechnend geworden. Es ist sogar irgendwie unheimlich geworden.

Verrat unter Freunden

Wir erzählten uns nichts privates mehr, wir tauschten weder Gedanken noch Gefühle aus, und wenn ich es doch einmal versucht habe, wurde ich mit einem charmanten Lächeln abgeblockt. Aber es fühlte sich überhaupt nicht charmant an. Es fühlte sich falsch an, es fühlte sich wie ein Verrat an.

Ich habe natürlich nicht nur diese eine Freundin. Also sprach ich über die Gedanken dieses Mädchen betreffend mit einer anderen Freundin. Eine, die meine Situation selbst schon erlebt. Eine, die mir die Augen geöffnet hat. Eine, die mir bewusst gemacht hat, dass sich Freunde nach dem Ende einer Beziehung ebenfalls von einem trennen.

Puh …

Das musste ich nun erst mal verarbeiten. Mit dem Ende meiner Beziehung war ich mehr als glücklich. Mit dem Wissen, nun auch meine Freunde nach und nach zu verlieren, muss ich mich erst einmal beschäftigen.

Denn eine Frage bleibt für mich grade offen: Warum ist das so??

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.