Sport und Bewegung – schon für Kinder sehr wichtig

Kinder haben ihn einfach inne – den natürlichen Bewegungsdrang. Doch wenn sie ihn nicht ausleben dürfen, wenn sie immer wieder ausgebremst werden, dann verschwindet dieser Drang auch wieder. Fatal für das Kind. Fatal für die Gesundheit des Kindes. Fatal für das gesamte weitere Leben des jungen Menschen.
Toben, rennen, klettern, springen, hüpfen, balancieren – was auch immer die kleinen machen wollen, Action muss schon sein. Ob bei Sonnenschein oder im Schnee, selbst ein strömender Regen im Herbst kann die jungen Wilden nicht aufhalten. Und das ist auch gut so.
Fördern Sie diesen Drang Ihres Nachwuchses, unterstützen Sie Sohn oder Tochter und sorgen Sie so dafür, dass die kleinen ihre genetischen Veranlagungen voll ausschöpfen können. Denn Bewegung in Zusammenhang mit den Genen sind zwei wichtige Faktoren, die die Entwicklung und das Heranwachsen bestimmen. Die Bewegung ist verantwortlich für die Stimulation der Reifungsvorgänge, fehlt sie – insbesondere in den ersten elf Lebensjahren – bleiben genetische Möglichkeiten ungenutzt.

Bewegung reicht in frühen Jahren aus

Dennoch sollten Sie Ihren Sprössling nicht mit den ersten Schritten gleich im Sportverein anmelden. Denn in den ersten acht Lebensjahren ist es sinnvoll, wenn Kinder vielfältige Bewegung genießen; eben toben, rennen, klettern, springen, hüpfen und balancieren. Dazu noch Radfahren, werfen, Fußball spielen, tanzen, schaukeln, wippen und vieles mehr. Da sind sich Sportmediziner und Kinderärzte einig. Ein Verein, also das Festlegen auf eine bestimmte Sportart, ist erst ab dem Schulalter sinnvoll. Zu diesem Zeitpunkt sind die Kinder geistig und körperlich soweit entwickelt, dass sie eine richtige Sportart erlernen können. Sie werden in diesem Alter Spaß daran haben, Techniken zu lernen und sich an und mit anderen Kindern zu messen.

Sport und Bewegung bringen zahlreiche Vorteile

Sport und Bewegung tun aber noch viel mehr für Ihr Kind. Babys kommen auf die Welt, wenn es ihrem Skelett noch an Knochensubstanz fehlt. Stattdessen besteht es auch Knorpeln, die erst zu echten Knochen werden müssen. Die notwendige Substanz lagert sich erst in den nächsten Lebensjahren ein, wird zwar genetisch gelenkt, aber erst durch Bewegung stimuliert. Je mehr Ihr Kind sich in den ersten Lebensjahren bewegt, desto dichter und stabiler kann sich die Knochensubstanz entwickeln.

Auch für die Muskeln ist Bewegung wichtig. Zwar kommen Babys mit sämtlichen Muskeln zur Welt, die Funktionstüchtigkeit entwickelt sich jedoch erst im Laufe der Zeit: Saugen und Greifen können Kinder von Anfang an, das Kopfheben oder Rückenstrecken folgt nach einigen Wochen, Po- und Bauchmuskeln brauchen sehr viel länger, um voll einsatzbereit zu sein. Sitzt oder liegt Ihr Kind zu viel, bekommt es zu wenig Bewegung, kann sich die Muskulatur nicht richtig ausprägen. Folgen sind Rückenschmerzen und weitreichende Schäden bereits in frühen Jahren.

Menschen werden mit mehr als 100 Milliarden Nervenzellen geboren. Funktionieren können diese jedoch nur, wenn sie miteinander verkoppelt werden. Bewegung schafft Reize, die Synapsen bilden. Das wiederum fördert die intellektuelle Entwicklung. So ist die Grundlage für die Intelligenz im Erwachsenenalter indirekt abhängig von der Intensität der Bewegung im Kindesalter.
Darüber hinaus ermöglicht Bewegung Ihrem Kind, ein Gefühl für die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln. Kinder lernen, welche Auswirkungen Handlungen und Aktivitäten haben (können). Daraus entwickeln sich Selbstbewusstsein und Selbständigkeit, was wiederum die Grundsteine für soziale Kompetenzen ist.

Last but alles andere als least ist Bewegung wichtig für die Gesundheit Ihres Kindes. Ein Mangel an Bewegung – vor allem gepaart mit ungesunder Ernährung – führt zu Übergewicht. Übergewicht ist als Auslöser oder Verursacher zahlreicher Krankheiten bekannt: Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck. Darüber hinaus führt Übergewicht bei Kindern oftmals zu psychischen Problemen. Diese werden ausgelöst durch Hänseleien von Schulkameraden und fehlenden Freundschaften. Nicht selten endet ein übergewichtiges Kind zudem in einer Essstörung.

Integrieren Sie Bewegung in Ihren Alltag

Bewahren Sie Ihr Kind vor diesen Auswirkungen. Das ist einfacher als Sie denken. Integrieren Sie Bewegung in Ihren Alltag. Bringen Sie Ihre Kinder zu Fuß oder mit dem Fahrrad in Kindergarten oder Schule, leben Sie Ihrem Kind ein aktives Leben vor, nehmen Sie die Treppe anstatt des Aufzugs, steigen Sie auch mal eine Station früher aus Bus oder Bahn aus, unternehmen Sie am Wochenende Ausflüge zu Spielplätzen am See, wo Sie erst noch ein Stück vom Parkplatz aus hin spazieren müssen. Ideen gibt es zahlreich, wichtig ist, dass Ihr Kind (Erwachsene übrigens ebenso) mindestens 30 Minuten am Tag bewegen sollten. So intensiv, dass sie ins Schwitzen kommen.

Bild copyright:
Daniela Kunath

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